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Rallye-App oder Tripmaster? Was du wirklich brauchst

Rallye-App oder Tripmaster? Ehrlicher Vergleich für Oldtimer-Rallyes: Genauigkeit, Einbau, GPS-Empfang, Reglement und wann sich welches Gerät lohnt.

4 Min. LesezeitAktualisiert am 6. November 2026

Für den Einstieg in Gleichmäßigkeitsrallyes reicht eine gute Rallye-App mit Smartphone-GPS. Ein klassischer Tripmaster mit Radsensor ist im Vorteil, wenn du oft durch Wald und Tunnel fährst, die Distanz exakt auf die Vermessung des Veranstalters abstimmen willst oder das Reglement GPS-Geräte nicht erlaubt. Hier ist der ehrliche Vergleich.

Was ein Tripmaster macht

Ein Tripmaster ist ein fest eingebautes Messgerät. Je nach Modell nimmt ein Sensor die Strecke am Rad, am Getriebe oder an der Tachowelle ab. Weil er Radumdrehungen zählt, braucht er keinen Satellitenempfang.

Über die Kalibrierung auf der Eichstrecke stimmst du ihn auf das Messfahrzeug des Veranstalters ab. Einfache Geräte zeigen nur Teil- und Gesamtstrecke. Aufwendigere Rallye-Computer rechnen zusätzlich mit Schnitt und Sollzeit.

Was eine Rallye-App macht

Smartphone in einer Halterung am Armaturenbrett eines Oldtimers

Eine Rallye-App läuft auf dem Smartphone und misst die Strecke per GPS. Rally Co-Pilot zum Beispiel berechnet aus Schnitt und Distanz die Sollzeit, zählt sie herunter und zeigt dir live die Abweichung in Metern oder Sekunden. Du siehst also sofort, ob du vor oder hinter dem Soll liegst.

Dazu kommen Funktionen, die ein klassisches Gerät nicht hat:

  • KI-Roadbook-Scanner: Du fotografierst eine Roadbook- oder Schnitttabellen-Seite und die App macht daraus Abschnitte mit Distanz und Sollgeschwindigkeit. Du prüfst alles vor dem Import. Das läuft komplett auf dem iPhone und braucht iOS 26 und ein Gerät mit Apple Intelligence.
  • Apple Watch: Countdown, Zeitabweichung und Geschwindigkeit am Handgelenk, während das iPhone montiert bleibt.
  • Fernauslöser: Start per Lautstärketaste, Bluetooth-Kamerafernbedienung oder PlayStation- und Xbox-Controller. Der Controller kann eine Prüfung auch stoppen.
  • Live-Aktivitäten: Restzeit, Schnitt und Distanz am Sperrbildschirm.
  • Uhren: beliebig viele Stoppuhren und Countdowns, etwa für Zeitkontrollen.

Der direkte Vergleich

KriteriumTripmasterApp mit iPhone-GPSApp mit RaceBox
EinbauSensor, Kabel, Montagekeinerkeiner, Kopplung per Bluetooth
DistanzmessungRadsensorGPSGPS mit 25 Updates pro Sekunde
Wald, Tunnel, enge Tälerunabhängig vom EmpfangEmpfang kann leidenbraucht weiter freien Himmel
Abgleich mit dem Roadbookper Eichfaktor einstellbarkann von der Vermessung abweichenkann von der Vermessung abweichen
Sollzeit und Abweichung liveje nach Modelljaja
FahrzeugwechselNeueinbau nötigHandy wandert mitHandy und RaceBox wandern mit
Reglementje nach Klasseje nach Klasseje nach Klasse

Wann ein Tripmaster die bessere Wahl ist

Sei ehrlich zu dir selbst. In diesen Fällen spricht viel für ein Gerät mit Radsensor:

  • Du fährst auf Hundertstel und deine Rallyes führen oft durch dichten Wald, Tunnel oder enge Täler. Dort kann GPS schwächeln, ein Radsensor nicht.
  • Dein Reglement verbietet GPS. Manche Veranstaltungen oder Klassen schränken GPS-Geräte und Smartphones ein. Lies die Ausschreibung genau.
  • Du willst exakt auf die Vermessung des Veranstalters fahren. Mit Eichfaktor zählt dein Wegstreckenzähler praktisch wie das Messfahrzeug. GPS misst die tatsächlich gefahrene Strecke, und die kann leicht anders sein.
  • Du fährst ein Auto, viele Rallyes. Dann lohnt sich ein fester Einbau, der immer da ist.

Wann die App reicht oder sogar besser ist

  • Du fängst gerade an. Du willst wissen, ob dir der Sport gefällt, ohne gleich Hardware einzubauen.
  • Du wechselst die Fahrzeuge. Das Handy kommt einfach mit.
  • Du willst am Original nichts verändern. Kein Bohren, keine Kabel am historischen Fahrzeug.
  • Du willst live sehen, wie du liegst. Die Abweichung in Metern oder Sekunden hilft dir, früh zu korrigieren statt zu raten.
  • Du willst weniger tippen. Der Roadbook-Scanner spart die Eingabe von Schnitttabellen kurz vor dem Start.

Der Mittelweg: App plus RaceBox

Wenn dir das GPS des iPhones zu träge ist, kannst du eine RaceBox Mini, Mini S oder Micro per Bluetooth verbinden. Sie liefert 25 Positions-Updates pro Sekunde. Verschlechtert sich ihr Signal, wechselt Rally Co-Pilot automatisch zurück auf das iPhone-GPS. Abonnenten bekommen einen Rabattcode für 20 Prozent im RaceBox-Store.

Ehrlich bleibt aber: Auch eine RaceBox ist ein GPS-Empfänger. In einem langen Tunnel hat sie keinen Empfang, genau wie das Handy.

Häufige Missverständnisse

  • „GPS ist zu ungenau für Rallyes.“ Auf offener Strecke ist modernes GPS gut. Die Schwachstellen sind schlechter Empfang und die Differenz zur Vermessung des Veranstalters.
  • „Ein Tripmaster rechnet alles für mich.“ Einfache Geräte messen nur die Strecke. Die Zeit rechnest du dann mit Schnitttabelle und Stoppuhr selbst.
  • „Ich brauche beides.“ Kann sein, muss aber nicht. Viele Teams kombinieren einen Tripmaster für die Distanz mit einer App für Zeit und Countdown.

So entscheidest du

  1. Lies das Reglement deiner nächsten Rallye: Was ist in deiner Klasse erlaubt?
  2. Schau dir die Strecke an: Viel Wald und Tunnel oder offenes Land?
  3. Starte mit der App und fahr die Eichstrecke mit. So siehst du, wie gut die GPS-Distanz zur offiziellen passt. Mehr dazu in Wegstrecke kalibrieren.
  4. Merkst du, dass du regelmäßig Punkte durch Distanzfehler verlierst, ist ein Tripmaster der nächste Schritt.

Wie die Veranstalter selbst messen, liest du in So wird gemessen. Ganz neu dabei? Dann hilft dir Deine erste Oldtimer-Rallye. Und die nächste Gelegenheit zum Ausprobieren findest du im Rallye-Kalender.

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