Zeitmessung bei Rallyes: Lichtschranke, Schlauch, GPS
Zeitmessung bei Oldtimer-Rallyes: so funktionieren Lichtschranke, Druckschlauch, GPS-Tracker und Geheimkontrollen, und was das für dich heißt.

Bei Oldtimer-Rallyes wird die Zeit mit Lichtschranken, Druckschläuchen, GPS-Trackern oder von Hand an Kontrollstellen gemessen. Die Methode entscheidet, wie genau du fahren musst: auf die Minute, auf die Sekunde oder auf die Hundertstel. Hier siehst du, wie jede Methode funktioniert und worauf du achten solltest.
Warum dich die Messmethode interessieren sollte
In einer Gleichmäßigkeitsprüfung musst du eine vorgegebene Sollzeit treffen. Jede Zeitabweichung wird in Strafpunkte umgerechnet. Wie fein diese Abweichung erfasst wird, hängt von der Messtechnik ab. Wird auf Hundertstel gemessen, zählt schon ein zu früh gedrückter Startknopf. Wird auf volle Sekunden gemessen, hast du etwas mehr Luft.
Die Ausschreibung verrät meist, womit gemessen wird. Lies sie vorher. Es lohnt sich.
Lichtschranke

Eine Lichtschranke besteht aus einem Sender und einem Reflektor oder Empfänger auf beiden Straßenseiten. Fährt dein Auto durch den Strahl, wird die Zeit gespeichert. In der Regel löst die Fahrzeugfront aus.
Lichtschranken messen sehr fein, oft auf die Hundertstel. Du findest sie an Start und Ziel von Prüfungen, auf Rundkursen und bei Prüfungen auf abgesperrtem Gelände.
Darauf achtest du: Die Position ist meist mit einem Schild oder einer Markierung gekennzeichnet. Merk dir, wo genau der Strahl liegt. Der Beifahrer sieht die Stelle oft besser als der Fahrer.
Druckschlauch
Beim Druckschlauch liegt ein Schlauch quer über der Fahrbahn. Rollt ein Rad darüber, steigt der Druck im Schlauch und ein Sensor löst die Zeitnahme aus. Meist zählt das erste Rad, das den Schlauch überfährt.
Schläuche sind robust und schnell aufgebaut. Deshalb sind sie bei Rallyes auf öffentlichen Straßen beliebt. Auch sie messen je nach System auf die Hundertstel.
Darauf achtest du: Du siehst den Schlauch auf der Straße. Fahr gleichmäßig darüber. Ein Schlauch mitten in einer Prüfung kann eine Zwischenzeit sein.
GPS-Zeitmessung
Bei der GPS-Zeitmessung bekommt jedes Team einen Tracker vom Veranstalter. Er zeichnet laufend Position und Zeit auf. Die Auswertung berechnet danach, wann du welche Punkte passiert hast.
Der große Vorteil für den Veranstalter: Messpunkte kosten nichts mehr. Es braucht keine Helfer an der Strecke und keine Technik am Straßenrand. Deshalb gibt es bei GPS-Rallyes oft deutlich mehr Messpunkte. Wie genau gemessen wird, hängt vom System ab.
Darauf achtest du: Montier den Tracker so, wie es die Anweisung verlangt. Du weißt nicht, wo die Messpunkte liegen. Also musst du die ganze Prüfung konstant fahren.
Geheime Zeitkontrollen
Eine Geheimkontrolle steht an einer Stelle, die du nicht kennst. Sie kann mit Schlauch, Lichtschranke, GPS oder von Hand messen. Ihr Zweck ist simpel: Wer nur am Ziel die Zeit trifft, aber unterwegs zu schnell oder zu langsam war, soll das nicht verstecken können.
Für dich heißt das: Fahr deinen Schnitt gleichmäßig. Wechselt der Schnitt in der Prüfung, gilt ab dem Schnittwechsel der neue Wert. Zeit „am Ende reinholen“ funktioniert nicht.
Handzeitnahme an Kontrollstellen
An einer Zeitkontrolle notieren Sportwarte deine Ankunftszeit auf der Bordkarte. Hier geht es meist um volle Minuten. Gemessen wird nach der offiziellen Zeit der Veranstaltung. Gleiche deine Uhren deshalb vor dem Start mit ihr ab.
Auch manche Geheimkontrollen werden von Hand mit einer Stoppuhr oder Uhr genommen. Dann ist die Auflösung oft gröber.
Die Methoden im Überblick
| Methode | Typische Auflösung | Typischer Einsatz | Was auslöst |
|---|---|---|---|
| Lichtschranke | Hundertstel | Start und Ziel, Rundkurse | Fahrzeugfront im Strahl |
| Druckschlauch | Hundertstel | Start, Ziel, Zwischenzeiten | Rad auf dem Schlauch |
| GPS-Tracker | je nach System | beliebig viele virtuelle Punkte | berechnete Position |
| Handzeitnahme | Sekunden oder Minuten | Zeitkontrollen, manche Geheimkontrollen | Sportwart |
Die Werte sind typisch, aber nicht fest. Was bei deiner Rallye gilt, steht im Reglement.
Was das für deine Vorbereitung heißt
- Ausschreibung lesen. Womit wird gemessen, auf welche Auflösung, wie viele Messpunkte?
- Uhren abgleichen. Alle Stoppuhren und Uhren auf die offizielle Zeit.
- Start klären. Fliegender oder stehender Start? Wo genau liegt die Startlinie?
- Konstant fahren. Kleine Korrekturen früh sind besser als eine große am Ende.
- Nach der Prüfung prüfen. Vergleich deine eigenen Zeiten mit den Ergebnissen.
Wie Zeitkontrollen und Strafpunkte im Detail funktionieren, liest du in Zeitkontrollen, Bordkarte und Strafpunkte. Wenn du ganz neu dabei bist, starte mit Was ist eine Gleichmäßigkeitsrallye?. Und wenn du die Messtechnik live erleben willst, such dir eine Veranstaltung im Rallye-Kalender.
In Rally Co-Pilot zeigt dir die Zeitabweichung live in Metern oder Sekunden, ob du vor oder hinter dem Soll liegst. Gerade bei Geheimkontrollen hilft das.
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