Erste Oldtimer-Rallye: Vorbereitung und Checkliste
Deine erste Oldtimer-Rallye: was du vorher klären musst, welche Ausrüstung ins Auto gehört und wie der Rallyetag abläuft. Mit Checkliste.

Für deine erste Oldtimer-Rallye brauchst du kein Profi-Equipment, aber eine gute Vorbereitung. Wenn Auto, Papiere und Ausrüstung stimmen und du die Ausschreibung kennst, kannst du dich am Rallyetag auf das Wesentliche konzentrieren: Strecke finden und Schnitt halten. Diese Checkliste führt dich Schritt für Schritt dorthin.
Die passende Rallye finden
Nicht jede Oldtimer-Rallye ist für Einsteiger gemacht. Manche sind gemütliche Ausfahrten mit ein paar Prüfungen, andere sind harte Wettbewerbe mit Hundertstel-Wertung und kniffliger Navigation. Achte auf Hinweise wie Einsteigerklasse, touristische Wertung oder Klasse ohne Hilfsmittel.
Im Rallye-Kalender findest du Veranstaltungen nach Land und Jahr. Lies vor der Nennung die Ausschreibung genau. Dort steht:
- welche Fahrzeuge und Baujahre zugelassen sind
- welche Hilfsmittel erlaubt sind, etwa Stoppuhr, Tripmaster oder Apps
- wie gewertet wird und wie hoch das Nenngeld ist
- wann Papierabnahme, Briefing und Start sind
Wenn du noch nicht weißt, wie das Format funktioniert, lies vorher Was ist eine Gleichmäßigkeitsrallye?.
Das Auto vorbereiten
Ein Rallyetag kann lang werden, mit Bergstrecken, Stop-and-go in Ortschaften und viel Leerlauf an Kontrollen. Lass dein Auto rechtzeitig durchsehen, nicht erst in der Woche davor.
- Bremsen, Reifen und Reifendruck prüfen
- Kühlsystem und Lüfter checken, vor allem für Sommerrallyes
- Licht, Blinker und Hupe testen
- Ersatzsicherungen, Keilriemen und Werkzeug einpacken
- Tankreichweite kennen und Tankstopps einplanen
- Tacho und Wegstreckenzähler auf Funktion prüfen
Der letzte Punkt wird oft vergessen. Ohne funktionierende Streckenmessung kannst du weder Roadbook-Distanzen noch Schnitt sauber fahren.
Ausrüstung im Cockpit

| Bereich | Was du brauchst | Warum |
|---|---|---|
| Zeit | Zwei Stoppuhren, eine Uhr mit Sekunden | Backup, falls eine ausfällt |
| Strecke | Tripmaster oder App mit GPS | Distanzen aus dem Roadbook mitfahren |
| Papier | Klemmbrett, Bleistifte, Textmarker, Radiergummi | Notizen und Markierungen im Roadbook |
| Licht | Leselampe oder Stirnlampe | Prüfungen in der Dämmerung |
| Rechnen | Schnitttabellen, Taschenrechner | Sollzeiten schnell nachschlagen |
| Strom | Ladekabel, Halterung fürs Handy | Navigation und Timing über den ganzen Tag |
| Sicherheit | Warnweste, Warndreieck, Verbandskasten | Pflicht und gesunder Menschenverstand |
Schnitttabellen kannst du vorab mit dem Schnittrechner erstellen und ausdrucken.
Fahrer und Beifahrer: Rollen klären
Klärt vor dem Start, wer was macht. Der Fahrer fährt und hält die Geschwindigkeit. Der Beifahrer liest das Roadbook, führt die Bordkarte, stoppt die Zeiten und sagt an.
Vereinbart feste Ansagen: „Zwei Sekunden früh“, „in 200 Metern rechts“, „Kontrolle voraus“. Kurze, eindeutige Ansagen sparen Nerven. Mehr dazu im Ratgeber mit Tipps für Beifahrer.
Vor dem Start: Abnahme, Briefing, Eichstrecke
Am Vortag oder am Morgen gibt es meist eine Papierabnahme und eine technische Abnahme. Dort bekommst du Startnummer, Roadbook und deine Bordkarte. Beim Briefing erklärt der Veranstalter Besonderheiten der Strecke und Änderungen am Reglement. Hör genau zu und frag nach, wenn etwas unklar ist.
Viele Rallyes bieten eine Eichstrecke an. Fahr sie unbedingt. Dein Tripmaster misst fast nie exakt dieselbe Distanz wie der Veranstalter. Mit der Kalibrierung gleichst du diesen Unterschied aus. Wie das geht, steht im Ratgeber Wegstreckenzähler kalibrieren.
Stell außerdem alle Uhren auf die offizielle Zeit der Rallye. Deine Startzeit bezieht sich immer darauf, nicht auf die Uhr im Handy.
Am Rallyetag
An jeder Zeitkontrolle hast du eine Sollzeit für die Ankunft. Zu früh kostet meist genauso Punkte wie zu spät. Ob es eine Karenzzeit gibt und wie groß sie ist, regelt das Reglement. Warte lieber kurz vor der Kontrolle, als zu früh einzufahren.
Achte unterwegs auf Stempelkontrollen und Durchfahrtskontrollen. Ein fehlender Stempel auf der Bordkarte kann mehr kosten als eine schlechte Prüfung.
Und: Bleib entspannt. Wer sich in der ersten Prüfung verfährt, ist nicht allein. Die meisten Teams erinnern sich gern an ihre erste Rallye, auch wenn das Ergebnis nicht gut war.
Typische Anfängerfehler
- Eichstrecke ausgelassen, deshalb jede Distanz leicht daneben
- Stoppuhr nicht zurückgesetzt oder zu spät gestartet
- Bordkarte im Handschuhfach vergessen
- Zu früh an der Zeitkontrolle eingefahren
- Roadbook nicht vorab durchgeblättert
Praktisch: deine letzte Woche vor der Rallye
- Ausschreibung und Zeitplan ein letztes Mal lesen.
- Auto volltanken, Reifendruck prüfen, Werkzeug einpacken.
- Stoppuhren testen und Batterien wechseln.
- Schnitttabellen für die bekannten Schnitte drucken.
- Proberunde fahren und Ansagen mit dem Team üben.
Wenn du mit Rally Co-Pilot fährst, leg dir vorab eine Test-Prüfung an und fahr sie einmal mit Live-GPS, damit am Rallyetag jeder Handgriff sitzt.
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