Tipps für Beifahrer: so behältst du den Überblick
Tipps für Beifahrer bei der Oldtimer-Rallye: Vorbereitung, Ordnung im Cockpit, klare Ansagen an den Fahrer und was du tust, wenn du dich verfahren hast.

Als Beifahrer bist du Navigator, Zeitnehmer und Ruhepol in einem. Gute Beifahrer bereiten sich gründlich vor, sagen früh und klar an und halten Ordnung im Cockpit. Mit diesen Tipps behältst du auch in der dritten Prüfung des Tages den Überblick.
Vor der Rallye: die halbe Miete
Die meisten Fehler passieren nicht auf der Strecke, sondern vorher. Als Beifahrer nimmst du dir Zeit für die Unterlagen.
- Ausschreibung und Reglement lesen. Welche Kontrollen gibt es? Wie wird gemessen? Was ist erlaubt?
- Roadbook durchgehen. Sobald du das Roadbook hast, blätterst du es einmal komplett durch.
- Markieren. Nimm feste Farben: eine für Prüfungen, eine für Zeitkontrollen, eine für Schnittwechsel.
- Sollzeiten vorrechnen. Was du vorher ausrechnest, musst du unterwegs nicht mehr rechnen. Der Schnittrechner spart dabei Zeit.
- Eichstrecke einplanen. Ohne saubere Kalibrierung stimmt keine Distanz. Wie das geht, steht in Wegstrecke kalibrieren.
Ordnung im Cockpit
Im fahrenden Auto findest du nur, was einen festen Platz hat. Leg alles vor dem Start zurecht.
| Was | Wofür |
|---|---|
| Klemmbrett oder Roadbook-Halter | Roadbook fest im Blick, auch in Kurven |
| Bleistift, Radiergummi, Textmarker | Notizen, Korrekturen, Markierungen |
| Zweite Stoppuhr | Backup, falls das Hauptgerät ausfällt |
| Leselampe | Nachtetappen und Tunnel |
| Klarsichthülle für die Bordkarte | Schutz vor Regen und Kaffee |
| Ladekabel und Halterung | Smartphone sicher und geladen |
| Wasser und kleiner Snack | Konzentration über den ganzen Tag |
Gleiche alle Uhren vor dem Start mit der offiziellen Zeit ab. Eine Uhr, die zehn Sekunden falsch geht, macht jede Zeitkontrolle zum Glücksspiel.
Klare Ansagen an den Fahrer
Die Zusammenarbeit im Auto entscheidet mehr als jedes Gerät. Sprecht euch vorher ab.
- Feste Begriffe. Einigt euch auf Wörter für Richtungen und Abstände. „Rechts“ heißt immer rechts, nicht „da vorne irgendwie rüber“.
- Früh ansagen. „In 300 Metern rechts“ gibt dem Fahrer Zeit. „Jetzt rechts!“ nicht.
- Kurz bleiben. Richtung und Distanz reichen. Erklärungen kommen auf der Verbindungsetappe.
- Tempo ruhig korrigieren. „Zwei Sekunden zu früh, etwas langsamer“ wirkt besser als Hektik.
- Unsicherheit zugeben. Sag lieber „ich bin nicht sicher, langsam“ als falsch abzubiegen.
Viele Teams sagen in der Prüfung regelmäßig an, wie sie zum Soll liegen. Ein fester Rhythmus, etwa an jedem Roadbook-Punkt, hilft dem Fahrer, gleichmäßig zu fahren.
In der Prüfung
Hier arbeitest du gleichzeitig mit Distanz und Zeit.
- Roadbook lesen. Behalte immer den nächsten und den übernächsten Punkt im Blick. Ob Tulpendiagramm, Chinesenzeichen oder Fischgräte: Sag den nächsten Punkt an, bevor er kommt.
- Schnitt halten. Prüf an markanten Punkten, ob ihr zu früh oder zu spät seid. Eine Schnitttabelle liefert dir die Sollzeiten für feste Distanzen.
- An Geheimkontrollen denken. Eine Geheimkontrolle kann überall stehen. Deshalb gleichmäßig fahren, nicht am Ende aufholen.
- Schnittwechsel nicht verpassen. Markier sie im Roadbook so, dass du sie nicht übersehen kannst.
Wenn du dich verfahren hast
Es passiert jedem. Wichtig ist, was du danach tust.
- Ruhig bleiben. Panik kostet mehr Zeit als der Fehler.
- Anhalten, wo es sicher ist. Auch bei der Rallye gilt die Straßenverkehrsordnung.
- Letzten sicheren Punkt finden. Wo hat das Roadbook zuletzt gestimmt?
- Zurück zur Strecke. Lieber Zeit verlieren als eine Kontrolle auslassen. Ein fehlender Stempel kostet oft mehr als eine Verspätung.
- Abhaken. Die nächste Prüfung zählt genauso viel. Nimm den Fehler nicht mit.
Bei längeren Umwegen hilft dir solides Kartenlesen. Eine Straßenkarte im Handschuhfach ist kein schlechtes Backup.
Kopf und Körper
Ein Rallyetag ist lang. Wer liest, während das Auto schaukelt, kann Reisekrankheit bekommen. Blick zwischendurch nach vorne, lüfte und iss etwas Leichtes. Trink regelmäßig. Pausen an Zeitkontrollen nutzt du, um kurz auszusteigen. Und sprecht nach jeder Etappe kurz mit dem Fahrer darüber, was gut lief und was nicht. Zwei Minuten reichen, und die nächste Prüfung läuft ruhiger.
Deine Kurz-Checkliste
- Roadbook markiert, Sollzeiten vorgerechnet
- Uhren mit der offiziellen Zeit abgeglichen
- Bordkarte in der Hülle, Stift griffbereit
- Begriffe mit dem Fahrer abgesprochen
- Backup für Stoppuhr und Licht dabei
Mehr zum Roadbook liest du in Roadbook lesen, zu Kontrollen und Punkten in Zeitkontrollen, Bordkarte und Strafpunkte. Wenn du eine Rallye zum Üben suchst, schau in den Rallye-Kalender. Mit Rally Co-Pilot siehst du Countdown und Zeitabweichung auch auf der Apple Watch, während das iPhone in der Halterung bleibt.
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