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Wegstrecke kalibrieren: Eichstrecke und Eichfaktor

Wegstrecke kalibrieren für die Oldtimer-Rallye: Eichstrecke richtig fahren, Korrekturfaktor berechnen und Fehler vermeiden. Mit Rechenbeispiel.

4 Min. LesezeitAktualisiert am 6. November 2026

Du kalibrierst deine Wegstrecke, indem du die Eichstrecke des Veranstalters abfährst, deinen Messwert mit der offiziellen Distanz vergleichst und daraus einen Korrekturfaktor berechnest. Ohne diesen Schritt passt keine Distanz im Roadbook ganz genau zu deinem Zähler. Bei einer Gleichmäßigkeitsprüfung kostet genau das Strafpunkte.

Warum die Kalibrierung so wichtig ist

Bei einer Gleichmäßigkeitsrallye fährst du nach Distanz und Zeit. Die Distanzen im Roadbook hat der Veranstalter mit seinem eigenen Fahrzeug vermessen. Dein Wegstreckenzähler misst anders: andere Reifen, anderer Luftdruck, eine andere Fahrlinie. Ein paar Prozent Unterschied sind völlig normal.

Klingt nach wenig. Ist es aber nicht. Wenn du deinen Schnitt nach einem Zähler fährst, der zu viel anzeigt, bist du auf der ganzen Prüfung zu langsam. Wie viel das ausmacht, siehst du gleich im Rechenbeispiel.

Was ist eine Eichstrecke?

Oldtimer auf einer geraden Landstraße neben einem Kilometerstein

Die Eichstrecke ist ein vom Veranstalter vermessener Abschnitt mit klar beschriebenem Start- und Endpunkt. Du findest sie in der Ausschreibung oder am Anfang des Roadbooks. Meist ist sie einige Kilometer lang, manchmal gibt es Zwischenpunkte. Je nach Veranstaltung fährst du sie am Vortag, bei der Abnahme oder kurz vor dem Start.

Die Eichstrecke ist dein Referenzmaß. Sie zeigt dir, wie dein Auto im Vergleich zum Messfahrzeug des Veranstalters zählt.

So fährst du die Eichstrecke richtig

  • Reifendruck einstellen. Fahr mit dem Druck, den du auch in der Rallye fährst. Am besten mit warmen Reifen.
  • Exakt nullen. Setz den Zähler genau auf Höhe der Startmarkierung auf null. Ein paar Meter Versatz verfälschen das Ergebnis.
  • Normal fahren. Fahr die Linie, die du auch in einer Prüfung fährst. Kein Kurvenschneiden, kein Schlängeln.
  • Genau ablesen. Halt am Endpunkt an der Markierung und notiere den Wert.
  • Zweimal messen. Wenn es die Zeit erlaubt, fahr die Strecke ein zweites Mal und nimm den Mittelwert.
  • Zwischenpunkte nutzen. Stimmen die Zwischenwerte nicht zum Endwert, hast du dich irgendwo verlesen oder verfahren.

Den Korrekturfaktor berechnen

Die Formel ist einfach:

Korrekturfaktor = offizielle Distanz ÷ angezeigte Distanz

Durchgerechnetes Beispiel

Die Eichstrecke ist laut Veranstalter 10,00 km lang. Dein Tripmaster zeigt am Ende 10,25 km.

  • Korrekturfaktor = 10,00 ÷ 10,25 = 0,9756 (gerundet)
  • Dein Gerät zeigt also 0,25 km auf 10 km zu viel. Das sind 2,5 Prozent.
  • Probe: 10,25 × 0,9756 = 9,9999 km, also praktisch genau 10,00 km.

Was passiert ohne Korrektur? Zeigt dein Zähler 5,000 km, bist du in Wirklichkeit erst bei 5,000 × 0,9756 = 4,878 km. Dir fehlen rund 122 Meter. Bei einem Schnitt von 48 km/h fährst du 13,33 Meter pro Sekunde. 122 ÷ 13,33 ergibt gut 9 Sekunden Rückstand. Steht an dieser Stelle eine Geheimkontrolle, wird es teuer.

Faktor oder Impulse? Achte auf die Richtung

Wie du den Wert einträgst, hängt von deinem Gerät ab. Manche Geräte arbeiten mit einem Faktor, andere mit Impulsen pro Kilometer. Die Rechnung läuft dann genau andersherum.

Einstellung im GerätZähler zeigt zu vielBeispiel
Faktor (Multiplikator)Wert wird kleiner1,0000 × 0,9756 = 0,9756
Impulse pro kmWert wird größer2.000 × (10,25 ÷ 10,00) = 2.050

Kurze Probe für die Impulse: Bei 2.000 Impulsen pro km und 10,25 km Anzeige hat der Sensor 20.500 Impulse gezählt. 20.500 ÷ 2.050 ergibt genau 10,00 km. Welches Verfahren dein Gerät nutzt, steht in der Anleitung.

Ohne Tripmaster: Roadbook umrechnen

Mit dem normalen Tageskilometerzähler kannst du nichts einstellen. Dann rechnest du die Roadbook-Distanzen auf deinen Zähler um:

Distanz auf deinem Zähler = Roadbook-Distanz × (angezeigt ÷ offiziell)

Im Beispiel steht im Roadbook 3,40 km. Dein Zähler wird dort 3,40 × 1,025 = 3,485 km zeigen. Die Sollzeiten rechnest du weiter mit den offiziellen Distanzen, nur die Ablesepunkte verschieben sich. Viele alte Zähler zeigen allerdings nur 100 Meter an. Für genaue Prüfungen ist das knapp.

Was die Kalibrierung verfälscht

  • Reifendruck und Reifentemperatur
  • Neue oder abgefahrene Reifen
  • Beladung mit zwei Personen und Gepäck
  • Schlupf auf Schotter, Nässe oder Schnee
  • Deine Fahrlinie in Kurven und Kehren

Wechselt das Wetter stark oder tauschst du Reifen, lohnt sich eine zweite Kalibrierung. Je nach Reglement gibt es an mehrtägigen Rallyes auch eine zweite Eichstrecke.

Und wenn du per GPS misst?

GPS braucht keinen Radsensor und keinen Eichfaktor. Trotzdem lohnt sich die Eichstrecke. Du siehst, wie gut die GPS-Distanz zur Vermessung des Veranstalters passt. Weicht sie konstant ab, kennst du die Größenordnung und kannst sie einplanen. Wann ein Radsensor die bessere Wahl ist, liest du im Vergleich Rallye-App oder Tripmaster.

Dein Ablauf vor dem Start

  1. Eichstrecke in der Ausschreibung finden und Start- und Endpunkt markieren.
  2. Reifendruck prüfen, Zähler am Start nullen.
  3. Strecke fahren, Wert notieren, wenn möglich zweimal.
  4. Korrekturfaktor berechnen und die Probe machen.
  5. Faktor im Gerät eintragen oder Roadbook-Distanzen umrechnen.
  6. Sollzeiten mit dem Schnittrechner vorbereiten.

Wie du aus Distanz und Schnitt die Zeit berechnest, erklärt der Ratgeber Schnitt berechnen. Eine passende Rallye zum Üben findest du im Rallye-Kalender. Fährst du mit Rally Co-Pilot per GPS, nutze die Eichstrecke als Abgleich zwischen GPS-Distanz und Roadbook.

Passende Rallye findenIm Rallye-Kalender findest du Gleichmäßigkeitsrallyes in ganz Europa.

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